Dänische Südsee vom 29.08. bis zum 07.09.2004

Die Bilder des Törns finden Sie am Ende des Berichts

Die Reise ging, wie bereits im Juli, von Aabenraa aus. Renate und Damir hatten das Schiff bereits startklar gemacht. Da wir allerdings erst recht spät losgekommen sind, überlegten wir uns für´s Erste nur einen kurzen Schlag zur Insel Kalvö zu wagen. Auf dieser Strecke hatten wir dann auch noch ausreichend Gelegenheit, die Segeleigenschaften der "Gullepose" zu testen, die  zumindest bei schwachem bis mittlerem Wind, ganz ausgezeichnet waren. Wir konnten uns auf eine schöne Segeltour freuen. Gegen 18 Uhr erreichten wir Kalvö und suchten uns einen Liegeplatz. Da die meisten Plätze belegt waren, quetschten wir uns zwischen zwei etwas größere Schiffe und mussten den Landgang über eines der Nachbarschiffe antreten. Nach einem ausgiebigen Spaziergang über die kleine, spannende Insel, auf der Einiges zu entdecken gibt, war es dann Zeit für die Koje.

Der zweite Tag führte uns dann von Kalvö nach Faldsled - etwa 25 Meilen, wovon wir 21 Meilen unter Segeln zurücklegten. Wir fuhren gegen 11.00 Uhr los und es wurde ein schöner, ruhiger Tag auf See, bei 4-5 Windstärken. Das Thermometer zeigte 21 Grad, doch ohne Sweat konnte man doch nicht draußen sitzen, da die gefühlte Temperatur durch den kalten Wind max. 15 Grad betrug. Gegen 17.30 Uhr machten wir dann in Falsled fest und hatten einen schönen Abend.

Am dritten Tag legten wir gegen 11.30 Uhr ab und machten uns auf den Weg nach Faaborg. 15 der insgesamt 19 Meilen fuhren wir an diesem Tag unter Segeln. Wir hatten bei 6-7 Windstärken und starkem Gegenwind und -strom schwer zu kämpfen. Das Wetter auf See war gut bis durchwachsen - zumindest war es trocken. Unser Anlegemanöver in Faaborg - gegen 17.15 Uhr - klappte leider auch am heutigen Tag nicht so ganz auf Anhieb, aber es wurde von Mal zu Mal deutlich besser. Am Abend erkundeten Mareike und Jan die nähere Umgebung, Evi und ich genossen die Ruhe auf dem Schiff.

Der vierte Tag war wohl auf diesem Törn der wettermäßig beste Tag. Es war der Erste, an dem man im T-Shirt und kurzer Hose ohne zu frieren, in der Sonne sitzen konnte.  Leider zogen am frühen Nachmittag dicke, schwarze Wolken auf, die nichts Gutes verhießen. Gegen 13.30 Uhr erreichte uns eine ordentliche Sturmböe mit starkem Regen. Wir wetterten ab - doch so schnell wie es gekommen war so schnell war es auch wieder vorbei und die Sonne trocknete schnell wieder unsere nasse Kleidung. Die ca. 20 Meilen legten wir bei etwa 3-4 Windstärken in 4,5 Stunden zurück und machten gegen 15.30 Uhr in Aerosköbing fest. Aerosköbing ist eine wunderschöne kleine Stadt, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Tag fünf der Reise verlief alles Andere als gut. In der Nacht zog wieder ein starkes Unwetter über die Ostsee. Wir hatten eigentlich vor, so langsam wieder den Rückweg Richtung Aabenraa anzutreten. Da das Wetter aber weiterhin schlecht war, zogen wir es vor noch auf Besserung zu warten. Nach diversen Erkundigungen, die besseres Wetter für den Nachmittag ergaben, legten wir dann gegen 13.30 Uhr ab und wollten Richtung Söby, etwa 6 Meilen nord-westlich von Aerosköbing gelegen. Als wir in freies Wasser kamen, hatten wir allerdings die Rechnung ohne die Wellen, die Strömung und dem doch noch sehr starken Wind gemacht. Eine Tour in die erwähnte Richtung war schlicht unmöglich. Wir ließen also den Wind entscheiden, wo unsere Reise für den heutigen Tag enden sollte. Der trieb uns dann in nördliche bis nord-östliche Richtung. Wir erreichten gegen 17.30 Uhr nach ca. 4 Stunden Fahrt und etwa 12 Meilen bei widrigen Wetterbedingungen wohlbehalten Rantzausminde. Hier ist eher gar nichts los und man kann diesen Hafen ungesehen passieren. Doch wir waren heute froh, ohne Schaden einen Hafen erreicht zu haben. Leider war das am heutigen Tag noch nicht Alles. Wir lagen gegen 23.00 Uhr schon in der Koje, da rief Mareike: "Hinter uns steht einer, der leuchtet mit einer Taschenlampe und ruft uns." Ich ging raus, um nach dem Rechten zu sehen. Tatsache, da stand eine große Segelyacht, die in ihre Box wollte. Der Besitzer hatte vergessen, das Freischild richtig zu beschriften. Das bedeutete: alle wieder raus aus den Federn und eine andere freie Box suchen. Nachdem auch dieses Problem gelöst war, hatten wir an diesem Tag aber wirklich alle die Nase voll und versanken in tiefe Träume.

Tag 6 - Heute galt es also. Der Rückweg musste angetreten werden. Zunächst wollten wir heute entweder wieder Faborg oder Falsled anlaufen. Da das Wetter am nächsten Tag allerdings wieder schlechter werden sollte, entschieden wir uns, in die Dyvig zu fahren. Um den weiten Weg möglichst bei Tageslicht zu schaffen, legten wir um 9.15 Uhr ab. Leider hatten wir an Wind heute genau das Gegenteil vom gestrigen Tag. Es wehte nur eine schwache Brise, teilweise nur mit 1-2 Windstärken. Um nicht Gefahr zu laufen, erst tief in der Nacht anzukommen nahmen wir zeitweise den Motor zur Hilfe. Es zeichnete sich ab, das wir die Entfernung aufgrund der schlechten Windverhältnisse nicht mehr am Tage schaffen würden und wir entschieden uns direkt nach Aabenraa zu fahren, da die Dyvig bei Dunkelheit schwer anzusteuern ist. Nach gut 13 Stunden und knapp 46 Meilen, legten wir um 22.15 Uhr die Gullepopse sicher in ihre Stammbox in Aabenraa. Die erste Nachtansteuerung meines Lebens war absolut spannend und es hat einen riesen Spaß gemacht. Die Kinder - wir aber auch - hatten jetzt einen Riesenhunger und wir fuhren gemeinsam mit dem Auto zur "Gelben Möwe", in der wir uns erst einmal satt aßen.

Tag 7 - Renate und Damir luden uns zu einem tollen gemeinsamen Frühstück und auch noch zu einer kleinen 2-Stunden Tour auf der Caribic 40 ein, nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten. Das Wetter war super - Sonne und Wind, wie wir es uns gerne für die ganze vergangene Woche gewünscht hätten. Gerne wären wir noch bis zu Samstag geblieben, aber unsere jugendlichen Mitfahrer wollten gerne nach hause. Wir bedanken uns recht herzlich bei yachtcharter-wenhardt und wir drohen schon jetzt an:

Wir kommen wieder - keine Frage, und freuen uns auf ein Wiedersehen. - Euer Skipper Uwe

Bilder des Törns

Fazit: Viel Spaß aber auch mächtig viel Arbeit auf dem kleinen Schiff - machen wir bestimmt mal wieder.

Uwe