Dänische Südsee vom 17.07. bis zum 24.07.2004

Die Bilder des Törns finden Sie am Ende des Berichts

1. Tag Aabenraa – Dyvig: Nach etwa dreieinhalbstündiger Fahrt erreichten wir gegen 14.00 Uhr unseren Törn-Ausgangshafen Aabenraa in Dänemark. Hier trafen wir dann auch gleich unseren Vercharterer Damir Wenhardt (yachtcharter-wenhardt), der uns mit seiner Frau Renate überaus freundlich begrüßte. Nach dem Begrüßungsgespräch erfolgte die Einweisung in das Schiff (Caribic 40). Wir (Jörg Rolf und ich) ließen uns das Schiff genau erklären. In der Zwischenzeit schafften unsere besseren Hälften (Ronny, Heidrun und Evi) das Gepäck und den Proviant an Bord, der dann gemeinsam im Schiff verstaut wurde. Gegen 16.30 Uhr legten wir ab und steuerten unseren ersten Törnpunkt – die Dyvig an. Die Dyvig Bucht ist landschaftlich sehr schön gelegen, allerdings kann sie nur tagsüber angefahren werden, da die Einfahrt sehr eng und schwierig zu befahren ist. Geschafft – um ca. 18.30 Uhr fuhren wir in die Bucht ein. Jetzt hieß es einen Platz mit unserem "Schlachtschiff" zu finden. Auch das klappte dann doch noch, denn nach Möglichkeit wollten wir nicht ankern. Wir hatten das Glück, das ein ähnlich großes Schiff eine Box freimachte und uns diesen Platz überließ. Nach dem Festmachen konnten wir den schönen Sonnenuntergang bei einem leckeren Bierchen bewundern und freuten uns über den ersten gelungenen Schlag. Hierzu muß man wissen, das bis hierhin lediglich drei von uns sechs Segelerfahrung hatten und auch die allesamt eigentlich immer noch als "Anfänger" zu bezeichnen sind.

2. Tag Dyvig – Sonderborg: Heute sollte es nach Sonderborg gehen. Um 10.30 Uhr verließen wir die schöne Dyvig und machten uns auf den Weg. Unter Motor fuhren wir durch das enge Fahrwasser. Nachdem wir freies Wasser erreicht hatten, setzten wir die Segel. Wir fuhren ca. 5 Meilen in den Augustenfjord ein und wollten eigentlich noch ein Stück weiter. Da es aber sehr nach schlechtem Wetter aussah kehrten wir um, da unser eigentliches Ziel ja Sonderborg war. Gott sei Dank hielt sich das angenehme Segelwetter und es blieb trocken. Es war schon lohnenswert - der Tagestrip nach Sonderborg. Faszinierend war die Durchfahrt unter der 33 Meter hohen Autobrücke, nach der man den Ort erreicht. Nach einer Linksbiegung hatten wir dann eine Klappbrücke vor der Nase. Die Wartezeit nutzten wir, indem noch ein Anlegemanöver an der alten Kaimauer geübt wurde, das uns auch auf Anhieb gut gelang. Nun hieß es warten bis die Brücke öffnet. Nach etwa einer halben Stunde konnten wir dann, mit vielen anderen Seglern, die Brücke passieren – auch das war ein Erlebnis. Wir fuhren in den Yachthafen ein und hatten Glück, auch hier, nach langer Suche, noch einen geeigneten Platz für unser Schiff mit zwei Metern Tiefgang zu finden. Direkt neben dem Yachthafen befindet sich ein Badestrand. Hier nahmen wir alle erst einmal ein kurzes Bad in dem knapp 17 Grad kalten Wasser. Anschließend ging es zum Duschen und zum Ausklang des Tages machten wir gemeinsam noch einen schönen, ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt.

3. Tag Sonderborg – Maasholm: Unser Törn ging weiter nach Maasholm in der Schlei. Der Wind stand für diesen Reiseabschnitt sehr günstig und wir kamen recht schnell voran. Kurz vor Schleimünde bargen wir die Segel, da bei ungünstigen Winden Segeln in der Schlei, zumindest mit einem größeren Schiff, fast schon unmöglich ist. Die Fahrrinne ist sehr schmal und auch an diesem Tag fuhr kein einziges, etwas größeres Schiff unter Segeln. Das Wetter war an diesem Tag einfach nur super und wir überlegten wir uns noch kurz in Kappeln anzulegen, um noch ein wenig Proviant zu besorgen. Das Anlegemanöver gelang auch hier wieder sehr gut. Wir hatten nur sehr wenig Zeit, da der Raddampfer aus Kappeln angekündigt war. So blieben zwei Leute auf dem Schiff und die anderen Vier eilten in die Stadt zum Einkaufen. Gerade wieder abgelegt, sahen wir den Dampfer auch schon kommen – Glück gehabt. Nun ging es das kurze Stück zurück nach Maasholm. Der kleine Hunger trieb uns nach dem Anlegen direkt zum Hafen-Imbiss, der hier sehr zu empfehlen ist – gutes Essen zu einem fairen Preis. Hier gönnten wir uns dann auch direkt ein schönes Schnäpschen. Auf dem Schiff angekommen, genossen wir alle den tollen Sonnenuntergang.

4. Tag Maasholm – Aerosköbing: Aerosköbing ist ein wunderschönes kleines Städtchen, das man bei einem Törn in diesem Revier unbedingt mitnehmen sollte. Wir erreichten den Hafen von Aerosköbing gegen 16.30 Uhr – gerade rechtzeitig vor dem schlechten Wetter. Da der Yachthafen für uns ungeeignet war, fuhren wir direkt den Industriehafen an. Hier lagen bereits schon reichlich Schiffe im Päckchen. Wir waren in einem davon dann das fünfte Schiff und im Laufe des Abends wurden daraus sieben. Aufgrund der Schlechtwetterfront, die über uns wegzog, war der Hafen gegen Abend fast schon überfüllt. In der Nacht stürmte und regnete es stark. Der Abend auf dem Schiff war sehr gemütlich und alle schliefen beim Wantenklappern und dem Pfeifen des Windes echt gut. Am nächsten Tag schlenderten wir durch die schmalen, schönen alten Gassen. In der Räucherei kann man leckeren Fisch kaufen. Besonders gut sind die mit Knoblauch geräucherten Krabben, die ich so bisher noch nicht kannte – hmm echt lecker. Es ist wirklich ein Ort, den Sie unbedingt auf der Rechnung haben sollten. Einziger Kritikpunkt: Zu den recht hohen Hafengebühren muss zusätzlich auch der Strom, das Wasser und die Duschen mittels einer aufladbaren Karte bezahlt werden, für die man unbedingt einen 100 Kronen-Schein parat haben muss. Tipp: lesen Sie sich unbedingt an allen Stellen die Bedienungsanleitungen zur Karte durch!

5. Tag Aerosköbing – Svendborg: An diesem Tag segelten wir bei teilweise gutem Wind nach Svendborg. Das Wetter war heute eher durchwachsen – zwar trocken aber kühl und bewölkt. Als wir in den Svendborg Sund einfuhren, mussten wir aufgrund der ungünstigen Windverhältnisse leider die Segel bergen, und diese Strecke mit dem Motor zurücklegen. Nach der Durchfahrt klappte es dann wieder mit dem Segeln. Auf dem Weg in den Hafen führte uns der Weg unter der gewaltigen Svendborg-Sund-Brücke hindurch. Am Abend wohnten wir einem tollen Konzert einer dänischen Gruppe bei. Bei super Musik genossen wir ein leckeres dänisches Bier und hatten einen wunderschönen Abend. Leider musste die Gruppe um genau 22 Uhr das Programm beenden. Man hätte ihr noch stundenlang zuhören können - ein schöner Segeltag ging dem Ende entgegen.

6. Tag Svendborg – Faaborg: Dieser Tag war wettermäßig der schönste Tag unserer Reise. Strahlend blauer Himmel und ein schöner Wind zum Segeln. Aufpassen mussten wir jedoch bei der Ansteuerung von Faaborg. Hier gibt es einige Untiefen, die zwar mit entsprechenden Gefahrentonnen gekennzeichnet sind, trotzdem aber für noch Anfänger wie uns, nicht ganz ohne sind. An einer Stelle waren Rolf und ich uns nicht ganz einig, wie die Gefahrentonnen zu umfahren sind. Gemeinsam schafften wir es jedoch ohne Probleme den Handelshafen zu erreichen. Als wir in den Hafen einfuhren lagen hier bereits etliche Schiffe. Unter anderem machten hier auch einige Großsegler fest. An diesem Tag fand hier ein Hafenfest statt. Wir bestaunten nach dem Anlegen – wieder einmal im Päckchen – diese tollen Segler, die fast alle unter niederländischer und dänischer Flagge fuhren. Auch hier in Faaborg gibt es direkt am Hafen ein sehr gutes Fischgeschäft, in dem man leckere Dinge kaufen kann und richtig gut schmecken.

7. Tag Faaborg – Aabenraa: Heute mussten wir zurück nach Aabenraa, denn unser 1-wöchiger Törn ging dem Ende entgegen. Auch an diesem letzten Tag unserer Reise spielte das Wetter zunächst wieder mit. Sonnen war angesagt. Unsere Frauen aalten sich auf dem schönen großen Vordeck in der Sonne und genossen die ruhige, aber dennoch zügige Fahrt auf der Caribic 40. Das sommerliche Wetter hielt sich bis zum frühen Nachmittag. Gegen 15 Uhr wurde es immer dunkler und langsam aber sicher zog eine Regenfront auf. Nichts war es mehr mit dem Sonnen, sondern Regenkleidung war jetzt angesagt. Der Wind schlief völlig ein und unter Segeln gab es kein Vorankommen mehr. Es regnete Bindfäden senkrecht herunter aber es war warm dabei. Die letzten knapp acht Meilen mussten nun notgedrungen mit dem Motor erledigt werden. Es wurde zunehmend diesiger, so dass die Schornsteine von Aabenraa zeitweise nicht mehr zu sehen waren. Nachdem wir im Yachthafen von Aabenraa festgemacht haben, wurde das Wetter auch schon wieder sommerlich schön. Eine leichte Brise frischte auf und die Sonne kam auch wieder durch. So kamen wir jedenfalls noch dazu unsere nassen Sachen zu trocknen und hatten noch einen schönen Abschlussabend unseres Törns. Wir waren zufrieden, dass unsere Reise ohne Probleme abgelaufen war – was man vom letzten Abend und der letzten Nacht auf dem Schiff dann nicht behaupten konnte. Heidrun war unser Problemkind in den letzten Stunden an Bord. Erst rutschte sie wegen der nassen Schuhe und der feucht gewordenen Treppe auf ihren vier Buchstaben den Niedergang herunter und zu guter letzt fiel sie in der Nacht auch noch über Bord weil sie zur Toilette gehen wollte. Ein paar kleinere Verletzungen und ein leichter Schock waren die Folge. Inzwischen geht es Heidrun wieder gut und sie kann heute auch darüber lachen.

Skipper Uwe

Bilder des Törns

Fazit: Dieser Törn hat überaus viel Spaß gemacht und ich habe mit meiner Frau direkt noch einmal die kleine Granada 24 für die letzte Sommerferienwoche 2004 gechartert.